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Vergiss deinen "Traum"-Job!

Wie hast du deinen Job gewählt? Nach welchen Kriterien hast du dich für deinen Job oder deine Ausbildung entschieden? Die Autorin Kristy Shen vertritt in ihrem Bestseller "Quit like a millionaire"* die steile These, dass man sich eben NICHT für seinen Traumjob entscheiden sollte, sondern den zukünftigen Job vor allem auch aus finanzieller Motivation wählen sollte. Ihr Ansatz hierbei: Möglichst schnell finanziell unabhängig werden, um die eigene Leidenschaft langfristig doch noch zu leben, zum Beispiel als Nebeneinkommen oder Hobby.


Sie stellt hierbei ausführliche Berechnungen an, die aber vor allem für die US-Wirtschaft gelten, mit Gehältern teilweise über 100.000 US Dollar und sehr hohen Studiengebühren. Doch wir fragen uns: Trifft ihre Rechnung auch für den deutschen Markt zu? Und was heißt das konkret für dich, solltest du gerade vor dem Berufseinstieg stehen und auf der Suche nach einer Ausbildung oder einem Studium mit Zukunft sein?

Genau das schauen wir uns in diesem Blogartikel ausführlich an!

Mit welchem Job kann man gutes Geld verdienen?

Im Buch betrachtet die Autorin zwei Faktoren:

  1. Den Wert eines Abschlusses, sowie

  2. den Gehaltsüberschuss-Quotienten

Im vierten Kapitel bezieht sich die Autorin ganz konkret auf ihre eher gegensätzlichen eigenen Studienwünsche: Kreatives Schreiben & Informatik.

Um den Wert eines Abschlusses in diesen jeweiligen Fächern zu ermitteln, ermittelt sie als erstes die Differenz zwischen dem Mediangehalt und dem Mindestlohn. So ermittelt sie den Unterschied zwischen Mindestlohn und dem zukünftigen, erwarteten Gehalt. Der Begriff "Wert" beschreibt hierbei nur den Wert im Vergleich zu anderen Berufen / Abschlüssen auf dem Arbeitsmarkt. Der Median ist der Betrag, der genau in der Mitte der erfassten Jahresgehälter liegt. Exakt 50% liegen darüber und 50% darunter.


So ermittelt sie den "Wert des Abschlusses":

Studienfach

Differenz zwischen Mediangehalt und Mindestlohn pro Jahr

Kreatives Schreiben

$ 17.000 - $ 14.248 = $ 2.752

Informatik

$ 55.000 - $ 14.248 = $ 40.752

Dann setzt sie dies ins Verhältnis mit den Kosten, die für das jeweilige Studium anfallen, um den "Gehaltsüberschuss-Quotienten" zu ermitteln:

Studienfach

Wert des Abschlusses / Studienkosten

Kreatives Schreiben

​$ 2.752 / $ 13.520 = 0,20

​Informatik

​$ 40.752 / $ 14.488 = 2,81

Und was sagt uns diese Rechnung nun? Wenn man die Summe, die man für ein Studium ausgibt, mit dem "Gehaltsüberschuss-Quotienten" multipliziert, sieht man, wieviel mehr als der Mindestlohn man verdienen kann. Für jeden Dollar, den Kristy für ihr Informatik-Studium ausgab, würde sie nach Abschluss 2,81 mal mehr als der Mindestlohn verdienen. Dreimal dürft ihr raten für welchen Studiengang Kristy sich entschieden hat? Genau - Informatik!


Und - geht das auch für den deutschen Markt?

Wir übertragen diese Rechnung nun auf den deutschen Markt. Wir rechnen hierbei mit den Studiengängen, die wir selbst gewählt haben: Pädagogik und BWL.


In Deutschland liegt der Mindestlohn ab Mai 2023 bei 13,90€ pro Stunde. Aufs Jahr gerechnet kommt man somit bei einer 40-Stunden Woche auf ein Jahresbruttoeinkommen von 26.688€ mit dem Mindestlohn. Wir nutzen in unserer Berechnung das Durchschnittsgehalt für die jeweilige Berufsgruppe, weil das Mediangehalt in Deutschland unter anderem auch von Faktoren wie dem Bundesland abhängig ist. Für unsere Recherche zu den unterschiedlichen Gehältern haben wir die Website absolventa.de genutzt. Und ja, natürlich schwankt das Gehalt stark nach Branche, Größe des Arbeitgebers und Berufserfahrung. Trotzdem bietet die Rechnung auch so einen interessanten Einblick:

​Studienfach

Differenz zwischen Durchschnittsgehalt und Mindestlohn pro Jahr

Pädagogik

​45.408 € - 26.688 € = 18.720 €

BWL

​53.136 € - 26.688 € = 26.448 €

Nun setzen wir dies ins Verhältnis zu den Studienkosten: Da in Deutschland seit dem Wintersemester 2014/2015 keine Studiengebühren mehr erhoben werden, nutzen wir die Kosten, die dich ein Studium inkl. Lebenshaltungskosten pro Jahr kostet. Denn auch das Leben ohne Einkommen, während des Studiums, muss ja schließlich finanziert werden (Semestergebühren sind hier mit berücksichtigt). Wie teuer oder günstig dein Studium wird, hängt von der Wahl deiner Studienstadt und deinem individuellen Lebensstil ab. Die Kosten reichen hierbei von 672 - 1.615 €! (Quelle: studisonline.de) Daher rechnen wir mit 1.100€ pro Monat und somit 13.200€ pro Jahr. Die Kosten, ob man nun Pädagogik oder BWL wählt, sind hierbei in unserer Rechnung gleich hoch.

Studienfach

Wert des Abschlusses / Studienkosten

Pädagogik

18.720 € / 13.200 € = 1,41

BWL

26.448 € / 13.200 € = 2,00

Mit einem BWL-Studium verdient man in Deutschland also doppelt so viel wie der Mindestlohn, während es nach einem Pädagogik-Studium "nur" 1,5x so viel sind, in Relation zu den vorherigen Ausbildungskosten fürs Studium.


Du fragst dich, für welche Studiengänge diese Quote besonders gut ist und welche Jobs zusätzlich mit super Einstiegsgehältern überzeugen? Hier findest weitere top Studiengänge in Bezug auf den Gehaltsüberschuss-Quotienten, neben BWL und Pädagogik. Denn auch diese zwei sind natürlich bereits finanziell betrachtet sehr attraktiv.

​Studienfach

​Wert des Abschlusses (Differenz zwischen Durchschnittsgehalt und Mindestlohn pro Jahr)

Gehaltsüberschuss-Quotient

(Wert des Abschlusses / Studienkosten)

(Wirtschafts-) Ingenieurwesen

62.934 € - 26.688 €

= 36.246€

36.246€ / 13.200 € = 2,74

IT / Informatik

60.840 € - 26.688 €

= 34.152 €

34.152 € / 13.200 € = 2,58

Naturwissenschaften

60.420 € - 26.688 €

= 33.732 €

33.732 € / 13.200 € = 2,55

Architektur

51.696 € - 26.688 €

= 25.008 €

25.008 € / 13.200 € = 1,89

Psychologie

​53.448 € - 26.688 €

= 26.760 €

26.760 € / 13.200 € = 2,0

Wieso Medizin und Jura nicht dabei sind? Die Ausbildungszeiten sind lang und die Kosten für ein Studium sehr hoch! Dadurch rutschen diese Studiengänge in diesem konkreten Beispiel aus unserer Betrachtung. Langfristig kann man in diesem Berufen natürlich gut Geld verdienen. Aber eben nur langfristig!


Auch interessant: Absolventen in den Bereichen Design, Gestaltung und Medien schneiden am schlechtesten ab. Sie können mit einem jährlichen Durchschnittsgehalt von 32.870€ rechnen. Das ergibt einen Gehaltsüberschuss-Quotienten von nur 0,46!


Und ohne Studium - mit Ausbildung?

Und da wir wissen, dass nicht jede:r ein Studium anstrebt, haben wir uns im folgenden auch weit verbreitete und gut bezahlte Ausbildungsberufe angeschaut.


Auch während der Ausbildung hast du natürlich Lebenshaltungskosten. Diese setzen wir mit dem Studium gleich und gehen somit auch von 1.100€ aus, die du monatlich brauchst um zu leben. Gleichzeitig verdienst du natürlich in der Ausbildung bereits Geld:

"Im Ausbildungsjahr 2022 hat ein Azubi in Deutschland durchschnittlich 1.028 Euro pro Monat verdient."

(Quelle: ausbildung.de)


Somit bleiben durchschnittlich rund 100€ pro Monat, die du während deiner Ausbildung "drauf" zahlst. Natürlich schwankt auch das stark, je nach Ausbildungsvergütung und deinem Wohnort, sowie deinen individuellen Ausgaben. Aber im Schnitt hast du auch in der Ausbildung jährliche Kosten von 1.200€ für deine Ausbildung.

Ausbildung

​Wert des Abschlusses (Differenz zwischen Durchschnittsgehalt und Mindestlohn pro Jahr)

Gehaltsüberschuss-Quotient

(Wert des Abschlusses / Ausbildungskosten)

Kaufmann/-frau für Büromanagement

29.900 € - 26.688 €

= 3.212 €

​3.212 € / 1.200€ = 2,67

Verkäufer/in

​29.800 € - 26.688 €

= 3.112€

3.112€ / 1.200€ = 2,59

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

27.924 € - 26.688 €

= 1.236 €

1.236 € / 1.200€ = 1,03

(Zahn-) Medizinischer Fachangestellte/-r

​27.204 € - 26.688 €

= 516€

516€ / 1.200€ = 0,43

Krankenpfleger / Krankenschwester

​37.900 € - 26.688 €

= 11.212 €

11.212 € / 1.200€ = 9,34

Tischler/in

​42.195 € - 26.688 €

= 15.507 €

15.507 € / 1.200€ = 12,9

Friseur/in

28.000 € - 26.688 €

= 1.312 €

1.312 € / 1.200€ = 1,09

Polizist/in

​41.200 € - 26.688 €

= 14.512 €

​14.512 € / 1.200€ = 12,09

Vor allem als Krankenschwester, Tischler oder Polizistin wiegen sich der Verdienst und die geringen Ausbildungskosten gegeneinander auf! Durch das deutsche Ausbildungssystem hast du im internationalen Vergleich sehr, sehr gute Chancen mit geringen Ausbildungskosten gutes Geld zu verdienen und somit schnell Vermögen aufzubauen!

 

Der Dreh- und Angelpunkt sind hierbei deine persönlichen Lebenshaltungskosten! Je geringer du diese halten kannst, desto mehr profitierst du langfristig. Kennst du deine persönlichen monatlichen Lebenshaltungskosten? Uns hat es zu Beginn geholfen regelmäßig ein Haushaltsbuch zu führen! Dafür kannst du gern unsere Vorlage nutzen, oder - noch einfacher - du nutzt die Finanzguru-App* und diese trackt dann automatisch deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben für dich!

 

Dein Job: Leidenschaft, Finanzen und Glück

Nun könntest du am Ende dieses Blogartikels etwas desillusioniert sein, weil du schon immer Mediendesign studieren wolltest oder medizinische Fachangestellte werden wolltest! Es ist wichtig, dass du eine Tätigkeit ausübst, mit der du dich persönlich identifizieren kannst! Allerdings wirst du in jedem Job und bei jeder Leidenschaft gute und schlechte Tage haben und solltest dich vor allem fragen, welcher Beruf die größtmögliche Schnittmenge von finanzieller Stabilität und deiner Zufriedenheit mit sich bringt:


"Ich bin heute nur deswegen in der Lage, mich mit dem kreativen Schreiben zu beschäftigen, weil ich nicht darauf angewiesen bin, damit meine Rechnungen zu bezahlen. Arbeit ist nur selten ein Vergnügen, wenn man sich stetig Sorgen um den nächsten Gehaltseingang machen muss. (...) 

In unserer Kultur erwarten wir, dass unser Job herausfordernd ist, ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit sich bringt, ein angemessenes Einkommen bietet, uns mit Menschen, die wir mögen, zusammenarbeiten lässt - und uns Erfüllung bringt. Aber die Vorstellung, dass all diese Bedingungen immer und überall erfüllt werden können, ist falsch."

Kristy Sheng 
(Quit like a millionaire, Kapitel 4)

Quit like a millionaire

Gehalt über Nebeneinkommen steigern

Im heutigen, digitalen Zeitalter ist es Gott sei Dank auch möglich mit deinen Talenten und Hobbys nebenbei Geld zu verdienen! Einen ausführlichen Blog-Artikel dazu gibt es hier: 🔗 Online Geld verdienen: 6 Ideen


Also prüfe nochmal für dich, welchen Beruf du wählst und wie du GLEICHZEITIG über ein Nebengewerbe deine kreative, soziale oder künstlerische Ader ausleben kannst!



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