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Macht Geld glücklich?

Viele Menschen träumen von einem sorgenfreien Leben, in dem Geld keine Rolle spielt. Doch wenn wir tiefer graben, wird schnell klar, dass die Antwort auf die Frage, ob Geld glücklich macht, nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Sicherlich ermöglicht uns Geld, grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen. Essen, ein Dach über dem Kopf, Bildung – all diese Dinge sind oft mit finanzieller Stabilität verbunden. Aber macht uns unser Besitz oder ein prall gefülltes Bankkonto wirklich glücklicher?


Geld kann tolle Erlebnisse finanzieren und dadurch glücklich machen

Wir sparen und investieren mittlerweile seit einigen Jahren und konnten uns dadurch ein sehr gutes finanzielles Polster aufbauen. Auch unser Depot profitiert langsam vom Zinseszins und wächst somit durch stetigen Gewinnzuwachs fast von alleine. Doch sind wir nun glücklicher als zuvor? Genau diese Frage stellen wir uns in diesem Blogartikel.


Wissenschaftliche Erkenntnisse

Studien zeigen, dass es einen gewissen Zusammenhang zwischen Wohlstand und Glück gibt, aber dieser komplex ist. Eine Gehaltserhöhung oder der Gewinn in der Lotterie kann vorübergehend das Glücksgefühl steigern, oft kehren die Menschen aber nach einer Weile zu ihrem ursprünglichen Glücksniveau zurück. Dieses Phänomen wird als "Hedonistische Anpassung" bezeichnet – die Tendenz des Menschen, sich an positive oder negative Veränderungen anzupassen und letztendlich zu seinem ursprünglichen emotionalen Zustand zurückzukehren.


  • World Happiness Report: Das World Happiness Report ist eine jährliche Veröffentlichung der Vereinten Nationen, die die Lebenszufriedenheit in verschiedenen Ländern bewertet. Obwohl es nicht direkt Geld und Glück vergleicht, bietet es Einblicke in die Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen. Länder mit höherem Einkommen sind oft zufriedener, aber der Zusammenhang ist komplex. (Link zur Website)

  • Studie von Daniel Kahneman und Angus Deaton: Die Nobelpreisträger für Wirtschaft, Kahneman und Deaton, untersuchten in ihrer Studie "High income improves evaluation of life but not emotional well-being" den Einfluss von Einkommen auf das emotionale Wohlbefinden im Vergleich zur allgemeinen Lebenszufriedenheit. Sie fanden heraus, dass höheres Einkommen mit einer besseren Lebensbewertung, aber nicht notwendigerweise mit gesteigertem emotionalen Wohlbefinden einhergeht.

  • Studie von Elizabeth Dunn und Michael Norton: Dunn und Norton erforschten in ihrer Arbeit "Happy Money: The Science of Smarter Spending" den Einfluss von Geldausgaben auf das Glück. Sie argumentieren, dass die Art und Weise, wie Geld ausgegeben wird, einen großen Unterschied macht. Geld für Erfahrungen auszugeben und andere zu unterstützen, führt oft zu nachhaltigerem Glück als der bloße Erwerb materieller Güter.




Der Sinn des Lebens

Daraus lässt sich ableiten, dass der Materialismus allein nicht der Schlüssel zu dauerhaftem Glück ist. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du dir etwas Neues kaufst und anfangs überwältigt vor Glück bist, aber dieses Gefühl nach einiger Zeit verblasst. Das neue Auto wird zum Alltag, die teure Uhr wird zur Gewohnheit. Glück scheint tiefer verwurzelt zu sein – es hat mehr mit Beziehungen, Sinnhaftigkeit und persönlichem Wachstum zu tun als mit dem Kontostand. Sozialpsychologen betonen die Bedeutung von sozialen Verbindungen und dem Gefühl, einen Zweck im Leben zu haben. Wenn du dich also fragst, ob Geld dich glücklich macht, denke nicht nur an die Zahl auf deinem Konto, sondern auch an die Qualität deiner zwischenmenschlichen Beziehungen und die Erfüllung, die du aus deinem Leben ziehst.


Finanzielle Stabilität

Natürlich ist finanzielle Sicherheit wichtig, und Geldprobleme können zweifellos Stress verursachen. Aber es ist entscheidend zu erkennen, dass die Jagd nach Reichtum allein nicht die ultimative Antwort auf die Suche nach Glück ist. Vielleicht liegt die wahre Kunst darin, ein Gleichgewicht zu finden – genug Geld, um die Grundbedürfnisse zu decken, kombiniert mit einem bewussten Streben nach persönlichem Wachstum, erfüllenden Beziehungen und einem sinnvollen Leben. In einer Welt, die oft von materiellen Werten geprägt ist, könnte es befreiend sein, die Perspektive zu wechseln und zu erkennen, dass Glück nicht unbedingt in einem Bankkonto, sondern in den kleinen, bedeutungsvollen Momenten des Lebens zu finden ist.


Macht Geld glücklich? - Unsere Antwort

Wir haben uns nun ganz explizit gefragt, was eigentlich unsere Antwort auf die Frage ist, ob Geld glücklich macht. Natürlich hilft uns das Geld als Sicherheitspolster im Hintergrund mit einem anderen Gefühl durchs Leben zu gehen. Sollten uns unsere Jobs absolut keinen Spaß mehr machen, könnten wir kündigen, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben. Auch ist es wahnsinnig erleichternd im Alltag keine finanziellen Sorgen zu haben. Wir wissen einfach, dass wir in den Urlaub fahren können, den Wocheneinkauf zahlen können und auch noch Geld haben, um einen Abend mit Freunden im Restaurant zu verbringen. Zusätzlich haben wir für uns erkannt, dass uns das gut gefüllte Depot mit steigendem Wert zwar per se nicht glücklicher macht, wohl aber unser persönlicher Weg dahin. Durch das Entdecken der FIRE-Community und des Frugalismus haben wir unseren persönlichen Lebensfokus geschärft und jagen somit nicht mehr Träumen und Wünschen hinterher, die eigentlich gar nicht unsere eigenen sind. Dieser Fokus aufs Wesentliche macht uns persönlich im Alltag deutlich glücklicher und zufriedener.


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